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Wissmann: Deutsch als Kultursprache Europas stärken – EU-Arbeitsdokumente unbedingt auch in Deutsch

Anlässlich des Besuchs des für Vielsprachigkeit zuständigen EU-Kommissars Leonard Orban erklärt der Vorsitzende des Europaausschusses des Deutschen Bundestages, Matthias Wissmann MdB:

Mehrsprachigkeit ist der wesentliche Faktor bei der Kommunikation zwischen den Institutionen der Europäischen Union und den EU-Bürgern. Die Förderung des „Sprachenlernens“ geht mit der Erhaltung der „sprachlichen Vielfalt“ in der Europäischen Union einher, die einen sozial-kulturellen Vorteil Europas in der Welt darstellt. Unsere Bürger müssen über die wichtigsten Entscheidungen auf EU-Ebene so gut informiert sein, dass sie sich als EU-Bürger im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt und als aktiv Beteiligte an der kulturellen und sprachlichen Vielfalt Europas behaupten können.

Der Bundestag hat in den letzten Jahren mehrfach seine Bedenken geäußert, wonach zahlreiche Dokumente und Internetpräsenzen der Europäischen Union lediglich in englischer und französischer Sprache dargeboten werden. Damit werden deutsche Bürger bei der Beschäftigung mit europapolitischen Themen behindert, gleichzeitig wird dem Deutschen Bundestag die Bewertung europapolitischer Vorgänge erschwert.

Die Mitglieder des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union setzen sich daher für den gleichberechtigten Gebrauch der deutschen Sprache innerhalb der Europäischen Union ein. Sie wünschen sich zum Zwecke einer angemessenen Behandlung der zukünftigen EU-Dokumente in den Ausschüssen des Bundestages, dass die Entscheidung über die Übersetzung ins Deutsche nicht allein aufgrund rein formaler Kriterien, sondern aufgrund der politischen Bedeutung der Papiere gefällt wird. Eine akzeptable Lösung kann nur darin bestehen, Deutsch der englischen und französischen Sprache bei der Übersetzung von Arbeitsdokumenten den gleichen Stellenwert einzuräumen.

Schließlich ist wegen der hohen Priorität der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürger über das Internet eine deutliche Ausweitung des deutschsprachigen Internetangebots innerhalb der Kommission unabdingbar.

Deutsch als eine der wichtigsten Kultursprachen Europas darf nicht unter die Räder der Bürokratie in Brüssel kommen.