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SED-Unrecht nicht verharmlosen – Wissmann wirbt für Gedenkstätten-Besuch

„Was wir vergessen, das war nicht: Dieser Satz muss auch in Zukunft für die Ereignisse und Folgen beider Diktaturen auf deutschem Boden gelten.“ Dies erklärte der Ludwigsburger Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Europaausschusses Matthias Wissmann vergangene Woche im Gespräch mit Schülern aus dem Wahlkreis. Gerade in Berlin seien die Zeugnisse der totalitären Systeme in Deutschland für die Besucher erfahrbar, erklärte Wissmann. Daher sei es auch besonders wichtig, authentische Orte zu erhalten und für Besucher zugänglich zu machen. „Besonders die Orte der SED-Diktatur seien auch ein lebendiges Zeugnis für das staatliche Unrecht in der Vergangenheit“, sagte der Abgeordnete weiter.

Wissmann legte den Schülern daher auch den Besuch des Stasi-Untersuchungsgefängnisses in Hohenschönhausen ans Herz. „Ich wehre mich dagegen, dass einige Ewiggestrige versuchen, Gedenkstätten, die eine realistische Beurteilung der DDR ermöglichen, schleichend zu entwerten“, bekräftigte der Abgeordnete. Gerade auch die jüngste Geschichte Deutschlands dürfe nicht durch eine Weichzeichnung der SED-Diktatur verfälscht werden.

Wissmann unterstützt auch die Initiative des Mauer-Museums am ehemalige „Checkpoint Charlie“ in Berlin. Die Initiative fordert, verstärkt an die Opfer der Kommunismus zu erinnern. „Fragwürdig ist auch, warum in Polen, Ungarn und anderen Staaten die Symbole des Kommunismus zu Recht verboten sind, in Deutschland aber die Relikte des kommunistischen Unrechtsstaates DDR überall als Souvenirs verkauft werden“, sagte Wissmann. Er wolle sich nun im Bundestag für ein größeres Problembewusstsein in diesen Fragen werben. „Ich lade alle meine Gäste aus dem Wahlkreis ein, neben anderen wichtigen Stätten in Berlin, auch die Zeugnisse der DDR-Geschichte zu besuchen“, so Wissmann. Für die Organisation der Besuchsfahrten stünde seine Berliner Mitarbeiterin Franziska Kalkus unter 030/227-77452 gerne zur Verfügung.