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Persönlich

Ein Interview mit Matthias Wissmann, MdB
  
Warum haben Sie eine eigene Seite ins Internet gestellt?
  
Wer heute in der Öffentlichkeit steht oder ein öffentliches Amt bekleidet, kommt nicht umhin, die Menschen auch auf diese Weise anzusprechen. Entscheidend ist für mich, daß die Kommunikation über das Internet nicht Ersatz sondern Zusatz für das persönliche Gespräch ist. Außerdem weiß ich aus eigener Erfahrung das vielfältige Informationsangebot, das zudem kostengünstig und zeitsparend ist, zu schätzen, kurzum: Ein Medium, das bedient werden will.
  
Hat denn ein Politiker Zeit, im Internet nach Informationen zu suchen?
  
Mein Tag ist in aller Regel gefüllt mit Terminen. Doch Zeit haben hat etwas mit Zeit nehmen zu tun, was wiederum Zeitorganisation voraussetzt.
  
Was tun Sie zur Entspannung, wie gestalten Sie Ihre Freizeit?
  
Ich treibe gerne Sport. Früher war es Feld-Hockey in der Bundesliga, heute ist es Tennis oder Golf. Wichtig dabei ist die frische Luft und die Möglichkeit vollständig abzuschalten. Außerdem lese ich gerne und höre viel Musik.
  
Welche Musik denn?
  
Sowohl Klassik als auch Pop: Verdi, Puccini, Mozart, aber auch Eric Clapton, Elton John oder Genesis bzw. Phil Collins.
  
Politikern wird gerne nachgesagt, daß sie mit der Zeit die sogenannte Bodenhaftung verlieren? Wie schützen Sie sich vor dem „Abheben“?

Zunächst einmal habe ich eine ganze Reihe von Freunden, die ehrlich zu mir sind und mich sicherlich darauf aufmerksam machen würden, wenn ich zu spinnen begönne. Hinzu kommt, daß ich in Ludwigsburg beim Einkaufen in der Stadt viele Menschen treffe, die mir von ihren Problemen und Sorgen erzählen und ihrem Ärger – bisweilen auch über die Politik – Luft machen. Insofern weiß ich sehr genau, wie die Atmosphäre ist und wie unterschiedliche Lebenssituationen bewältigt werden müssen.
  
Waren Sie schon immer Politiker? Welchen Beruf haben Sie gelernt?
  
Ich bin Rechtsanwalt. Aber zugegeben, die Politik hat mich schon frühzeitig fasziniert und 1976 wurde ich mit 27 Jahren der bis dahin jüngste Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Allerdings habe ich stets die Tätigkeit als Rechtsanwalt parallel ausgeübt. Nur in der Zeit als Bundesminister für Verkehr war dies nicht möglich. Ich bin gerne Politiker, habe mir aber immer ein zweites Standbein erhalten. Im Übrigen steht es sich auf zwei Beinen auch besser und die Gefahr abzuheben verringert sich deutlich.
  
Sie waren und sind Berlin - Befürworter. Was gefällt Ihnen an der Stadt besonders?
  
Berlin ist nicht fertig, Berlin entsteht immer noch neu. Sie werden in diesen Jahren in Europa kaum eine Stadt finden, die ähnlich viel Dynamik entwickelt hat und noch weiter entwickeln wird wie Berlin. Denken Sie nur an das „Scheunenviertel“, das ehemalige jüdisch geprägte Stadtquartier in der Mitte der Stadt. Gerade dort erzählen die Steine beim Gang durch die Straßen und Gassen Geschichten aus über 100 Jahren Stadtentwicklung. Dort herrscht reges Treiben, man hat die Kultur und die Politik in unmittelbarere Reichweite, eine Mischung die mir wunderbar gefällt.
  
Fällt es dann nicht schwer nach Ludwigsburg zu fahren?
 
Nein, überhaupt nicht. Sogar im Gegenteil. Peter Härtling sagt:: Wer die Ferne kennt, lernt die Heimat lieben. Ludwigsburg ist meine Heimat. Hier fühle ich mich am wohlsten. Ich liebe das Blühende Barock, das Ludwigsburger Schloß. Außerdem: In Berlin lebe ich nicht zum Vergnügen, ich habe eine Aufgabe, ein Mandat, daß mir die Menschen aus Ludwigsburg gegeben haben, nämlich für sie und unsere Region gute Politik zu machen.
  
Dann bekommen Sie sicherlich auch Besuch aus Ludwigsburg nach Berlin?
  
In der Tat, jährlich rund 2.000 Bürgerinnen und Bürger besuchen mich in Berlin. Größtenteils sind es Schulklassen, die eine Fahrt zur politischen Bildung unternehmen. Ich lade gerne die Menschen aus meiner Heimat ein, sich Berlin anzuschauen. Wichtig dabei ist, daß sie die Stadt von möglichst vielen Seiten kennenlernen - politisch, historisch, kulturell.
  
Haben Sie einen Tipp für die Besucher?
  
Auf meine Homepage stellen meine Berliner Mitarbeiter immer aktuelle Ereignisse. Ein Besuch dieser Seite lohnt sich immer. Meine Empfehlung außerdem ist der Besuch des Reichstages. Die neu gestaltete Architektur ist sehenswert, der Blick von der Kuppel ist phantastisch.